Bewässerung im Gewächshaus: Automatisch und effizient
Ein Gewächshaus schafft ideale Wachstumsbedingungen für Tomaten, Gurken oder Paprika – vorausgesetzt, die Wasserversorgung stimmt. Anders als im Freiland sorgt kein Regen für Nachschub, und die hohen Temperaturen unter Glas oder Folie lassen den Boden deutlich schneller austrocknen als im übrigen Garten. Wer im Urlaub oder im stressigen Alltag nicht täglich zur Gießkanne greifen möchte, kommt an einer automatischen Bewässerung kaum vorbei. Wir zeigen, welche Systeme es gibt und wie du dein Gewächshaus effizient und pflanzenschonend bewässerst.
Warum Gewächshäuser besonderen Wasserbedarf haben
Im geschlossenen Gewächshaus steigen die Temperaturen an sonnigen Tagen schnell auf 30 Grad und mehr, was die Verdunstung aus dem Boden und über die Blätter der Pflanzen (Transpiration) erheblich beschleunigt. Gleichzeitig fehlt der natürliche Niederschlag, der im Freiland zumindest einen Teil der Wasserversorgung übernimmt. Diese Kombination führt dazu, dass Gewächshauspflanzen, insbesondere fruchttragende Arten wie Tomaten und Gurken, deutlich häufiger und oft auch größere Wassermengen benötigen als vergleichbare Pflanzen im Beet. Unregelmäßige Bewässerung begünstigt zudem Probleme wie Blütenendfäule bei Tomaten oder das Aufplatzen von Früchten, weshalb eine gleichmäßige, automatisierte Wasserversorgung nicht nur bequem, sondern auch für die Pflanzengesundheit von Vorteil ist.
Tropfbewässerung: Die effizienteste Lösung
Für Gewächshäuser hat sich die Tropfbewässerung als Standardlösung etabliert. Über ein Netz aus dünnen Schläuchen mit integrierten Tropfern wird das Wasser direkt an den Wurzelbereich jeder einzelnen Pflanze abgegeben, statt die gesamte Fläche zu benetzen. Das spart nicht nur erheblich Wasser im Vergleich zu Sprengern, sondern hält auch die Blätter trocken, was das Risiko von Pilzkrankheiten wie Grauschimmel oder Mehltau im feuchtwarmen Gewächshausklima deutlich reduziert. Die Tropfmenge lässt sich bei den meisten Systemen über regulierbare Tropfer oder unterschiedliche Schlauchtypen an den individuellen Bedarf jeder Pflanze anpassen, etwa mehr Wasser für durstige Tomaten und weniger für genügsamere Kräuter.
Bewässerungscomputer als Herzstück der Automatisierung
Damit die Bewässerung tatsächlich automatisch abläuft, wird ein Bewässerungscomputer zwischen Wasserhahn und Schlauchsystem geschaltet. Er öffnet und schließt das Ventil zu programmierten Zeiten, meist früh morgens, wenn die Verdunstung noch gering ist und die Pflanzen den Tag über optimal versorgt sind. Einfache mechanische Bewässerungscomputer bieten feste Zeitintervalle, digitale Modelle erlauben mehrere Schaltzeiten pro Tag sowie unterschiedliche Wochentagsprogramme. Wer besonders komfortabel steuern möchte, greift zu WLAN-fähigen Bewässerungscomputern, die sich per App bedienen lassen und teilweise sogar Wettervorhersagen einbeziehen, um bei angekündigtem Regen automatisch weniger oder gar nicht zu bewässern – was im geschlossenen Gewächshaus zwar seltener relevant ist, bei angeschlossenen Freilandbeeten aber zusätzlich Wasser spart.
Wichtige Kaufkriterien
- Regulierbare Tropfer: Ermöglichen die individuelle Anpassung der Wassermenge je Pflanze.
- Mehrfach-Schaltzeiten: Wichtig, um an heißen Tagen zusätzlich zur Morgenbewässerung ein zweites Intervall einzuplanen.
- Akku- oder Batteriebetrieb des Bewässerungscomputers: Da im Gewächshaus meist kein Stromanschluss vorhanden ist.
- Filter im System: Verhindert das Verstopfen der feinen Tropferöffnungen durch Kalk oder Schwebstoffe.
- Erweiterbarkeit: Das System sollte sich bei wachsendem Pflanzenbestand unkompliziert um weitere Schläuche und Tropfer ergänzen lassen.
- Frostsicherheit der Komponenten: Wichtig für die Lagerung über Winter, wenn das Gewächshaus nicht beheizt wird.
Alternative Systeme: Bewässerungsmatten und Ollas
Neben der klassischen Tropfbewässerung gibt es weitere Ansätze, die sich besonders für Topfpflanzen im Gewächshaus eignen. Kapillarmatten, auf die die Pflanzentöpfe gestellt werden, saugen Wasser aus einem angeschlossenen Vorratsbehälter selbstständig nach Bedarf auf und eignen sich gut für Jungpflanzenanzucht oder kleinere Töpfe. Tonkegel-Systeme, auch Ollas genannt, werden in die Erde eingegraben und geben Wasser über die poröse Tonwand langsam und bedarfsgerecht an den umliegenden Boden ab – eine sehr wassersparende, wenn auch für größere Flächen weniger praktikable Lösung. Für die meisten Hobbygärtner mit klassischem Beet- oder Topfanbau im Gewächshaus bleibt die Tropfbewässerung mit Bewässerungscomputer jedoch die vielseitigste und am einfachsten zu wartende Option.
Wasserquelle und Wassertemperatur beachten
Ein oft unterschätzter Aspekt der Gewächshausbewässerung ist die Temperatur und Herkunft des verwendeten Wassers. Kaltes Leitungswasser direkt aus dem Hahn kann bei empfindlichen Pflanzen wie Gurken einen Kälteschock der Wurzeln auslösen, weshalb sich ein Vorratsbehälter oder eine Regentonne als Wasserquelle für die Tropfbewässerung anbietet – das Wasser hat dann bereits Umgebungstemperatur und ist zudem kalkärmer als hartes Leitungswasser. Wird die Tropfbewässerung an eine Regentonne angeschlossen, sollte zusätzlich eine kleine Pumpe mit ausreichend Förderdruck eingeplant werden, da viele Bewässerungscomputer und Tropfer auf einen bestimmten Mindestdruck angewiesen sind, um gleichmäßig zu arbeiten. So lässt sich Regenwasser sinnvoll nutzen und gleichzeitig die Wasserrechnung senken.
Produktvergleich: Bewährte Bewässerungssysteme im Überblick
| Produkt | Preisklasse | Besonderheit | Am besten für |
|---|---|---|---|
| Gardena Tropfbewässerung Set Gewächshaus | ca. 40–70 € | Komplettset mit regulierbaren Tropfern und Verteilern | Einsteiger mit klassischem Gewächshausbeet |
| Gardena Bewässerungscomputer select | ca. 45–65 € | Digitale Steuerung mit mehreren Schaltzeiten pro Tag | Automatisierte, zuverlässige Tagesbewässerung |
| Gardena smart Water Control (App-Steuerung) | ca. 70–100 € | WLAN-fähig, App-Steuerung, flexible Programmierung | Komfortnutzer mit Smart-Home-Anbindung |
| Kärcher Bewässerungscomputer SC 1 | ca. 35–55 € | Einfache Bedienung, solide Grundfunktionen | Preisbewusste automatische Basisbewässerung |
Für den unkomplizierten Einstieg eignet sich das Gardena Tropfbewässerung Set fürs Gewächshaus. Für die zeitgesteuerte Automatisierung ist der Gardena Bewässerungscomputer select eine bewährte Wahl, während der Gardena smart Water Control App-Steuerung ermöglicht. Preisbewusste Gärtner greifen zum Kärcher Bewässerungscomputer SC 1.
Fazit
Eine automatische Tropfbewässerung mit programmierbarem Bewässerungscomputer ist im Gewächshaus die effizienteste und pflanzenschonendste Lösung, weil sie Wasser gezielt an die Wurzeln bringt, Pilzkrankheiten vorbeugt und selbst während des Urlaubs für gleichmäßig versorgte Pflanzen sorgt. Wer zusätzlich auf regulierbare Tropfer und mehrere tägliche Schaltzeiten achtet, kann das System optimal an die unterschiedlichen Bedürfnisse von Tomaten, Gurken oder Kräutern im eigenen Gewächshaus anpassen.
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