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Sprinkleranlage selber planen und installieren

Wer einen größeren Rasen besitzt, kennt das Problem: Schlauch aufrollen, Sprenger umstellen, wieder aufrollen – und das mehrmals pro Woche im Sommer. Eine fest installierte Sprinkleranlage nimmt diese Arbeit komplett ab und sorgt automatisch für einen gleichmäßig grünen Rasen, ohne dass man selbst Hand anlegen muss. Anders als viele denken, lässt sich eine solche Anlage mit den richtigen Komponenten und etwas handwerklichem Geschick auch in Eigenregie planen und verlegen. Wir zeigen Schritt für Schritt, worauf es ankommt.

Die Grundkomponenten einer Sprinkleranlage

Eine klassische Rasensprinkleranlage besteht aus mehreren Bausteinen: dem Wasseranschluss mit Rückflussverhinderer, der verhindert, dass Bewässerungswasser ins Trinkwassernetz zurückfließt, einem Bewässerungscomputer als Steuerzentrale, Magnetventilen, die einzelne Bewässerungskreise separat schalten, dem unterirdisch verlegten Rohrleitungssystem sowie den eigentlichen Versenkregnern, die im Ruhezustand bündig mit der Rasenfläche abschließen und beim Bewässern automatisch ausfahren. Diese Versenkregner sind der große Vorteil gegenüber oberirdischen Sprengern: Sie stören weder beim Mähen noch optisch im Rasenbild und sind gleichzeitig vor Beschädigung geschützt, solange sie nicht in Betrieb sind.

Planung: Bewässerungskreise richtig einteilen

Der wichtigste Schritt vor der Installation ist die Planung der einzelnen Bewässerungskreise (Zonen). Eine einzelne Wasserleitung liefert nur eine begrenzte Durchflussmenge, weshalb nicht alle Versenkregner gleichzeitig laufen können, ohne dass der Wasserdruck zusammenbricht. Stattdessen wird die Gesamtfläche in mehrere Zonen unterteilt, die nacheinander vom Bewässerungscomputer angesteuert werden. Bei der Planung sollten Regner mit ähnlichem Wasserbedarf und ähnlicher Wurfweite jeweils in derselben Zone zusammengefasst werden, damit die Bewässerungsdauer für den gesamten Kreis gleichmäßig passt. Auch die Überlappung der Sprühkegel benachbarter Regner ist entscheidend: Nur wenn sich die Wurfweiten zu etwa 100 Prozent überlappen (Kopf-an-Kopf-Beregnung), entsteht ein gleichmäßiges Bewässerungsbild ohne trockene Inseln oder überversorgte Stellen.

Regnertypen: Versenkregner, Sprühregner und Rotationsregner

Für kleinere, unregelmäßig geformte Flächen eignen sich statische Sprühregner, die Wasser fächerförmig über kurze bis mittlere Distanzen von etwa 3 bis 5 Metern verteilen. Für größere, regelmäßig geformte Rasenflächen sind Rotationsregner (auch Turbinenregner genannt) effizienter, da sie das Wasser in einem rotierenden Strahl über größere Distanzen bis zu 10 Meter oder mehr verteilen und dabei weniger stark vom Wind beeinflusst werden als Sprühregner. Beide Typen gibt es in versenkbarer Ausführung, sodass sie im Ruhezustand bündig mit dem Rasen abschließen. Die Wahl des richtigen Regnertyps für jede Zone entscheidet maßgeblich über die spätere Bewässerungseffizienz und sollte bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden.

Installation Schritt für Schritt

  • Bewässerungsplan mit allen Zonen, Rohrverläufen und Regnerpositionen auf Papier oder mit einer Planungssoftware erstellen.
  • Gräben entlang der geplanten Rohrleitungen ausheben, üblich sind etwa 20 bis 30 Zentimeter Tiefe, um die Leitungen vor Frost und mechanischer Belastung zu schützen.
  • Hauptleitung vom Wasseranschluss zum Ventilschacht verlegen und dort die Magnetventile für jede Zone installieren.
  • Rohrleitungen zu den einzelnen Regnerpositionen verlegen und die Versenkregner auf die passende Höhe zur Rasennarbe setzen.
  • Bewässerungscomputer am Wasseranschluss oder Ventilschacht montieren und mit den Magnetventilen elektrisch verbinden.
  • System mit Wasser befüllen, auf Dichtigkeit prüfen und die Schaltzeiten sowie Zonen im Bewässerungscomputer programmieren.

Wichtige Kaufkriterien

  • Wasserdruck und Durchflussmenge: Bestimmen, wie viele Regner pro Zone gleichzeitig betrieben werden können.
  • Anzahl der Ventilausgänge des Bewässerungscomputers: Sollte zur geplanten Zonenanzahl passen.
  • Frostsicherheit: Leitungen müssen vor dem Winter entwässert oder mit Kompressor ausgeblasen werden.
  • Regnerhöhe im ausgefahrenen Zustand: Sollte hoch genug sein, um über das umliegende Gras hinauszuragen.
  • Erweiterbarkeit: Modulare Systeme lassen sich später leichter um weitere Zonen ergänzen.

Wartung und Winterfestmachen

Damit die Sprinkleranlage viele Jahre zuverlässig arbeitet, sollte vor dem ersten Frost im Herbst das gesamte Leitungssystem entwässert werden, da eingefrorenes Restwasser die Rohre und Ventile sprengen kann. Bei fest verlegten Anlagen mit Gefälle reicht es oft, alle Ablasshähne zu öffnen, bei ebenen Flächen empfiehlt sich zusätzlich das Ausblasen der Leitungen mit einem Kompressor, um wirklich jeden Tropfen Wasser aus dem System zu entfernen. Im Frühjahr sollten vor der ersten Inbetriebnahme alle Regnerdüsen auf Verschmutzung durch Sand oder Insekten kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden. Auch ein kurzer Testlauf jeder einzelnen Zone zu Saisonbeginn lohnt sich, um undichte Stellen oder verstopfte Düsen frühzeitig zu erkennen, bevor sie zu größeren Wasserschäden im Rasen oder in angrenzenden Beeten führen.

Produktvergleich: Bewährte Sprinkleranlagen-Komponenten

ProduktPreisklasseBesonderheitAm besten für
Gardena Sprinklersystem Versenkregner OS 140ca. 30–50 € pro StückRotationsregner mit großer Reichweite bis 14 mGroße, regelmäßig geformte Rasenflächen
Gardena Sprinklersystem Vierkantregner Sca. 20–35 € pro StückStatischer Sprühregner für kleinere FlächenUnregelmäßig geformte oder kleine Beetflächen
Gardena Bewässerungscomputer selectca. 45–65 €Mehrere Schaltzeiten, kompatibel mit MagnetventilenZentrale Steuerung mehrerer Zonen
Rain Bird ESP-TM2 Steuergerätca. 90–150 €Professionelle Mehrzonen-Steuerung, sehr zuverlässigGrößere Anlagen mit mehreren Ventilkreisen

Für große Rasenflächen eignen sich Gardena-Versenkregner vom Typ OS 140, während der Gardena Vierkantregner für kleinere Flächen besser passt. Als Steuerzentrale bewährt sich der Gardena Bewässerungscomputer select, für größere Mehrzonen-Anlagen greifen ambitionierte Heimwerker zum professionellen Rain Bird ESP-TM2 Steuergerät.

Fazit

Eine selbst geplante und verlegte Sprinkleranlage ist deutlich machbarer, als viele Hobbygärtner zunächst annehmen, solange die Fläche sorgfältig in Zonen eingeteilt und die Regner mit passender Überlappung platziert werden. Der größte Aufwand liegt im Ausheben der Gräben und der präzisen Planung, nicht im eigentlichen Zusammenstecken der Komponenten. Wer diese Vorarbeit sauber erledigt, profitiert danach über viele Jahre von einem gleichmäßig grünen Rasen, ganz ohne manuelles Umstellen von Schlauch und Sprenger.

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